, Rummel Pascal

Aufstiegsspiel - FC Frick 1a vs. FC Villmergen 1:2 n.V. (0:1)

Sportplatz Ebnet, Frick – 550 Zuschauer – SR: Unbekannt

Tore: 20. Krasniqi 0:1; 73. Ferreras 1:1; 96. Dalponte 1:2

FCF: Herzog; Venzin, Berisha, Sala, Suter; Weiss, Leuthard, Kessler, F. Sidler; Riner, Ferreras

FCV: Clerici; Rummel, Haussener, Roth; Dalponte, Brunner, Hediger, P. Sidler, Comas; Gashi, Krasniqi

Verwarnungen: 14. Venzin (gelb); 27. Suter (gelb); 31. Gashi (gelb); 58. Comas (gelb); 66. Weiss (gelb); 78. Rummel (gelb); 85. Hugenschmidt (gelb); 89. Fischbach (gelb); 93. Köpfli (gelb); 95. Suter (gelb-rot); 103. Brunner (gelb); 113. M. Meier (gelb)

 

Villmerger Aufstiegshelden

Am Tag des ersten von vermeintlich zwei Aufstiegsspielen ging es beim FC Villmergen bereits in den frühen Morgenstunden hektisch zu und her. Der Grund: Der Rückzug des FC La Sarraz-Eclépens ermöglichte dem FC Klingnau den Verbleib in der 2. Liga interregional, was wiederum bedeutete, dass das für Samstag geplante Finalspiel in Suhr entfiel. Hiess wiederum, wenn das Fanionteam am Abend in Frick gewinnen würde, würden sie kommende Saison in der höchsten Aargauer Spielklasse auflaufen dürfen. Aber nicht nur die Badmatte-Kicker waren dementsprechend motiviert, sondern auch die zahlreichen Fans, die die Reise mit ihnen antraten und während der ganzen Partie für eine Atmosphäre sorgten, welche eines solch kapitalen Spiels würdig war.


Villmergen führt zur Pause verdient

Über 500 Zuschauer verwandelten den Sportplatz Ebnet in einen Hexenkessel sondergleichen. Von dieser Energie angestachelt, legten die Freiämter los wie die Feuerwehr und setzten den Hausherren mit ihren Angriffspressing sowie einer gesunden Zweikampfhärte sichtlich zu. Der verdiente Lohn für den couragierten Auftritt der Gäste liess allerdings etwas auf sich warten. In der 20. Minute war es eine schnörkellose Ballstafette, welche schlussendlich via Gashi bei Krasniqi landete, der am zweiten Pfosten vergessen ging und das Leder mit einem satten Volley in die Maschen donnerte. Auf den Rückstand hatte das Heimteam lange keine Antwort, weshalb FCV-Schlussmann Clerici nie wirklich geprüft wurde. Andererseits verpassten es die Badmatte-Kicker, das leichte spielerische Übergewicht in weitere Treffer umzumünzen. Daher nahmen sie die knappe Führung mit in die Pause.


Aufstiegskrimi bis zur letzten Sekunde

Nach dem Pausentee machte die Antonelli-Meyer-Truppe dort weiter, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatten. Auch die Qualität der Chancen nahm deutlich zu. Einziger Wehrmutstropfen war, dass die Abschlussmöglichkeiten nach wie vor ungenutzt blieben, was sich in der 73. Minute rächen sollte. Aber der Reihe nach. Der Fricker Aufschwung nahm so richtig Fahrt auf, als das Heimteam nach rund einer Stunde einen mehr als diskutablen Elfmeter zugesprochen bekam. Doch der Zweitplatzierte der Gruppe 1 hatte seine Rechnung ohne Teufelskerl Clerici gemacht. Der Villmerger Torwart parierte den Penalty und zeigte, weshalb er zurecht als bester Rückhalt der Liga gehandelt wird. Wenig später war aber auch er machtlos, als in der Villmerger Hintermannschaft ein weiteres Mal die Zuteilung nicht stimmte, weshalb Leone in die Tiefe geschickt werden konnte, ehe er auf den eingelaufenen Ferreras querlegte. Dieser drückte das Spielgerät mit all seiner Wucht zum Ausgleich über die Linie. Auch in der darauffolgenden Schlussphase war Clerici abermals gefordert. Doch mithilfe der Torumrandung konnte er einen weiteren Gegentreffer gleich mehrmals verhindern und seine Farben so in die Verlängerung retten.

Nur wenige Zeigerumdrehungen nach Beginn der „Zugabe“ wusste Frick-Verteidiger Suter FCV-Wirbelwind Comas nur mit einem Foul zu stoppen, wofür er die Gelbe Karte zu sehen bekam. Dumm nur, dass es seine Zweite war, wodurch die Gäste während rund 25 Minuten in Überzahl agieren konnten. Und es sollte noch schlimmer kommen. Denn beim fälligen Freistoss entwischte Dalponte seinem Bewacher, weshalb er Sidlers gefühlvolle Hereingabe nur noch einschieben musste. 1:2 für Villmergen. In der Folge waren die Fricker darum bemüht, sich mit dem knappen Rückstand in die Pause zu retten, um im zweiten Durchgang der Verlängerung nochmals anzugreifen. Das taten sie dann auch, was den Freiämtern Platz zum Kontern bot. Aber weil Dalponte, Bergamo und Meier allesamt im Abschluss sündigten, blieb die Vorentscheidung aus. Kurz vor Ablauf der vier-minütigen Nachspielzeit, war es der eingewechselte Rajendran der auf der Linie klärte. Es sollte die letzte nennenswerte Aktion einer turbulenten Verlängerung sein. Denn kurz darauf war Schluss.


«Mer gönd ufe»

Egal ob Spieler oder Fan – als der Schlusspfiff des Unparteiischen ertönte brachen bei den Villmergern alle Dämme! Leithammel Brunner wurde auf den Schultern getragen, wie es sonst nur Schwingerkönigen widerfährt, Dauerbrenner Rummel überkamen die Emotionen, weshalb mehr als nur eine Freudenträne floss, und Trainer Antonelli wurde von der Menge mehrfach in die Höhe geschleudert. Die Aufstiegsparty war lanciert und dauerte bis spät in die Nacht. Den Höhepunkt soll die Feier aber am Jugendfest vom kommenden Wochenende finden. Wer also sein Glas auf die Villmerger Aufstiegshelden erheben möchte, der weiss, wo sie zu finden sind.

Mit acht Siegen am Stück und einem grandiosen Saisonendspurt hat das Fanionteam Grossartiges geschafft und sich den Aufstieg mehr als verdient. 2. Liga, wir kommen!

 

17.06.2026 / Pascal Rummel